Samstag, 12. Juli 2008

Things Japanese 12/ Senkyo

In Japan werden tatsächlich regelmäßig Wahlen ('senkyo') abgehalten. Ich allerdings habe den Eindruck, dass sich kaum einer dafür interressiert, da das Ergebnis von vornherein fest zu stehen scheint. Seit Kriegsende stellt die LDP (Liberal Demokratiche Partei), oder von ihr abgesplitterte Gruppierungen, den Premierminister, von einem kurzen, sozusagen sozialdemokratischen Intermezzo, einmal abgrsehen. Die führende politische Klasse ist zäh, korrupt und auf den Erhalt der eigenen Macht bedacht. Politik ist ein trauriges Thema. Obwohl, die extreme Linke oder Rechte hat eine interessant-deprimierende Historie.
Wo es Wahlen git, gibt es in der Regel auch Wahlkampf. Der verläuft in Japan anders als bei uns, wo die Parteien reichlich mit öffentlichen Geldern aufgepäppelt werden. In Japan braucht ein Kandidat zwar nicht so viel Geld wie in den USA, aber doch reichlich. Entstammt er nicht einem der Politiker-Clans, muss er sich von ganz unten nach oben arbeiten. Während eines Wahlkampfes rollen tagtäglich Autos und LKW's durch Städte, aus denen die Kandidaten lauthals ihre Namen nennen und die verehrten Bürger um die werte Stimme bitten. Das Getöse beginnt in der Früh und endet am Abend, jeder ist abgenervt und findet dieses Ritual unerträglich. Aber es wird immer wieder aufs neue aufgeführt. Und damit der Wahlkampf auch schon erschöpft!

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Wahlkampf auf Japanisch kommt ohne Inhalte aus, Phrasen reichen! Es hört, wie das Bild eines Wahlkämpfers aus Kanazawa zeigt, eh niemand zu!

Freitag, 11. Juli 2008

Things Japanese 11/ Rasshu

Die Rasshu, verkürztes japanisiertes Englisch für 'rush hour' ist ein Ausdruck dessen, wie geduldig und leidensfähig Japaner sein können. Bilder von vor Menschen schier überquellenden Bahnhöfen, Menschen, die von Bahnangestellten mit weißbehandschuhten Händen in die bereits bis zum Anschlag überfüllten Waggons gedrückt werden... das alles ist reales Erleben von Millionen und Abermillionen Menschen in ganz Japan.
In Tokyo beginnt die rasshu gegen 7:15, und dauert bis ca. 9:00. Nicht dass die Öffentlichen dann leer wären, aber man kann zumindest ohne die Nase des Nachbarn am/im Ohr zu haben, stehen und sogar ein Buch aufschlagen.
Am späten Nachmittag, ab 18:00, wenn alle von ihren Büros zurück in die Vororte eilen, heißt es wieder 'rasshu', aber in erträglicherem Mass, denn der Menschenstrom verteilt sich über einen längeren Zeitraum.
Als ich in Tokyo lebte fand ich die abendlichen Zustände jedoch auch recht schlimm. Viele Japaner treffen sich nach der Arbeit in den zahllosen Bars, Restaurants oder Karaoke-Schuppen, auf Grund der beengten Wohnverhältnisse ist es nicht so üblich, sich zuhause mit Freunden ein paar Flaschen schöner Rieslingbrause zu gönnen. Japaner neigen dazu, in kurzer Zeit zu viel und zu schnell Alkohol zu trinken. Also sieht man viel Alkoholleichen, die von Freunden zur Bahn geschleift werden - manchmal wird noch vor Betreten des Bahnhofs ordentlich gekübelt. Die diversen Gerüche in den Bahnen will ich nur mal am Rande erwähnen... Betrunkene in Japan können sich vieles Erlauben, es wird ihnen fast immer nachgesehen. Jemand, der nichts verträgt, wird auch heute noch dafür gehänselt - eigentlich ein Witz, weil Japaner wegen eines fehlenden Enzyms eh nicht viel vertragen. Demgegenüber wird Trinkfestigkeit überaus respektiert. In Kusatsu, einem sehr konservativen Ort, konnte ich als Frau mein gutes Verhältnis zum Bürgermeister, den Stadvätern und meinen Chef nur durch Trinkfestigkeit begründen und aufbauen, intensiver Einsatz am Arbeitsplatz war da nebensächlich.
Aber zurück zur rasshu in Tokyo. Bei der unvorstellbaren Enge in den Bahnen bleiben sexistische Übergriffe natürlich nicht aus, vor allem das Problem der Po-Grapscher wurde mit den Jahren schlimmer und schlimmer. Es war sehr unangenehm und uns ausländischen Frauen erlaubte die Uni, Kurse am frühen Morgen ausfallen zu lassen, damit wir die rasshu vermeiden konnten.
Die Täter konnten leider so gut wie nie zur Rede gestellt werden, denn niemand konnte sehen, wer wen betatschte. Die entsprechende konnte man wegen der Fülle auch nicht greifen, und umdrehen und gucken, wer der Fiesling war, war völlig aussichtslos. Also wurde das Problem anders angegangen.


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Ich wünschte, wir hätten hierzulande auch so etwas... ich sag nur Breitbeinsitzer!

Leggings oder Röhre?

Ich mag die Band, seit ich 1992 das erste Mal 'Creep' im Radio hörte - aber meine Liebesgeschichte mit Radiohead begann etwas später, vor einigen Jahren auf einem Flug von Frankfurt nach Malaysia. Da gab es ein Radiohead-Video, das ich auf Hin- und Rückflug sicherlich jeweils 30 oder 40 Mal ansah.
Und nun hab ich sie am Dienstag endlich live erlebt, das beste Konzert meines Lebens.
Ungeklärt ist aber immer noch die Frage, ob Thom Yorke eine rote Röhre oder rote Leggings trug... aber nach einem solchen sensationellen Auftritt würde man sogar eine Leggings verzeihen.

Donnerstag, 10. Juli 2008

Things Japanese 10/ Onsen

Diese Serie wäre unvollständig, wenn ich nicht über Onsen schreiben würde. Onsen haben erhöhtes Suchtpotenzial, und ganz schlimm ist es bei mir, denn ich habe zwei Jahre lang in einem Onsen gelebt und, wie es die deutsche Botschaft zu sagen pflegte, als 'Graswurzeldiplomat' in der Stadtverwaltung gearbeitet: in Kusatsu onsen, einem der berühmtesten Onsen in Japan, mit stark schwefelhaltigem Quellwasser.

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Yubatake in Kusatsu Onsen

Die vielen Vulkane und Erdbeben bescheren Japanern nicht nur Angst und Schrecken, sondern auch den Himmel auf Erden: Onsen, heiße Quellen.
Es gibt unzählige heiße Quellen in Japan und die Japaner geniessen seit vielen Jahrhunderten das Baden darin. Heiße Quellen werden nicht nur aus Vergnügen am Baden sondern auch aus therapeutischen Zwecken aufgesucht.
Heiße Quellen sind überaus beliebte Reiseziele: so wie es wahrscheinlich keinen Japaner gibt, der keine Nudelsuppen mag,gibt wahrscheinlich auch kaum einen, der das Baden in den heißen Quellen nicht zu schätzen wüßte.
Was ein richtiges Onsen ist, wird seit Ende der 40er Jahre im Onsen-Gesetz geregelt. Als Onsen versteht man sowohl die Quelle an sich, den Ort, an dem diese Quelle aus dem Boden quillt und auch einzelne Badehäuser. Onsen wird dann als Suffix an einen Ortsnamen gehängt, zum Beispiel Nozawa Onsen, und hat eine ähnliche Bedeutung wie unser 'Bad'.
Dogo onsen gilt als das älteste Onsen Japans. Hier wurde der Überlieferung nach das Baden in heißen Quellen zu therapeutischen Zwecken entdeckt.

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DAS Badehaus in Dogo onsen

Und was passiert darin? Man Betritt das Badehaus, bezahlt und dann geht man in die nach Geschlechtern getrennten Umkleiden. Die Geschlechtertrennung wurde übrigens durch christlich-westlichen Einfluss (Schamkultur) gegen Ende des 19. Jahrhunderts eingeführt.

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Diese Fotos stammen aus Gero onsen,aber die Räumlichkeiten in den Badehäusern sind allesehr ähnlich.
Hier macht man sich nackig und geht, je nach Ausstattung des Badehauses, mit (oder ohne) Seife, Shampoo und Co. zum Waschen. Zunächst wäscht man sich hier mit heißem, klaren Wasser aus der Leitung. Die JapanerInnen machen das im Sitzen und nutzen dazu kleine Höckerchen aus Holz oder Kunststoff. Dann steigt man langsam und sehr vorsichtig in das heiße Wasser und versinkt im Wohlgenuss: man spürt förmlich, wie Stress und Müdighkeit Leib und Seele verlassen. Man sitzt sehr still und ruhig im Wasser, das es in der Regel sehr, sehr heiß ist. Das Wasser ist überall heiß bis sehr heiß, hat aber mindestens 25°. In Kusatsu hatte das Wasser bis zu 43°!

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Nach ein paar Minuten verläßt man das Becken, geht zurück zu seinem Höckerchen und dann wird geschrubbt. Von Kopf bis Fuss und unter handfestem Einsatz von Bürsten und Schwämmen. Die Schrubberei kann schon mal bis zu 10 oder 15 Minuten dauern, und ich bin jedesmal erstaunt, dass die Damen danach noch Haut auf dem Körper haben. Anschließend begibt man sich wieder in das Becken und versinkt erneut.

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Nach dem zweiten Badegang, ein jeder dauert wegen der großen Hitze nicht länger als 5-10 Minuten, fühlt man sich wunderbar erfrischt.
Ein besonderes Highlight ist, wenn das Badehaus, über ein Rotenburo, ein Badebecken unter freiem Himmel, verfügt.

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Rotenburo in Gero onsen

Die Badehäuser in den Onsen sind stets geschmackvoll gestaltet, mal modern und kühl, mal traditionell japanisch. Stets wird beim Bau auf traditionelle Materialien wie Holz, Bambus und Steine zurückgegriffen.

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Fotografieren ist natürlich verboten, weil alle anwesenden Damen ja nackt sind. Aber als ich im Juni in diesen beiden Badehäuser in Gero onsen war, badete gerade niemand und so habe ich, carpe diem, fix meine Kamera zur Hand genommen und ein paar Fotos geschossen.

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Auf dem Weg zurück zum Bahnhof musste ich natürlich noch an diesem Fuß-Onsen eine Pause einlegen und meinen Füßen ein weiteres Bad gönnen. Es ist schier unmöglich, von Onsen genug zu bekommen...

Mittwoch, 9. Juli 2008

Things Japanese 9/ Soba

Auf die Frage, was ein typisch japanisches Gericht ist, lautet die Antwort in der Regel, zumindest in westlichen Gefilden, Sushi. Das sind beispielweisef die bei uns so populären Nigiri sushi, kleine Klöpse aus kaltem, leicht gesäuertem Reis, die häufig mit dünnen Scheiben rohen, toten (zuweilen auch lebendigen!) Fischfleisches oder, weniger häufig, mit gekochten oder gebratenen Fisch-Scheiben belegt sind.
Sicher, die Japaner essen häufig Sushi, aber beliebter als Sushi sind Nudelsuppen. Ich kenne einige Japaner, die wie ich totes Tier roh nicht verzehren können, aber Nudelsuppen essen alle und manche tun das sogar täglich. Somen und Ramen (chinesische Nudeln), Udon (japanische Weizennudeln) Soba (japanische Buchweizennudeln) ect. Sie werden im Winter und Herbst heiß, im Frühling und Sommer kalt gegessen, sie sind süß oder salzig, scharf oder fad...uswusw.
Nudelsuppen haben in Japan Kultstatus. Manche mögen von euch einen der schönsten Filme des unvergleichlichen Itami Juzo kennen: 'Tanpopo', in dem es um Liebe, Erotik und das Essen im weiteren und um die perfekte Nudelsuppe (hier Ramen) im engeren Sinn geht. Sehr fein und legenär darin sind die Schlürf-Szenen. Nudelsuppen in Japan müssen geschlürft werden! Es gibt im japanischen Fernsehen Kochsendungen, die sich ausschließlich mit Nudelsuppen oder Nudelsuppenrestaurants beschäftigen. Während meiner 17 Tage in Japan habe ich bestimmt acht oder zehn Mal eine Nudelsuppe als Haupt- oder Nebengericht gegessen. Man bekommt einfach nie genug davon.

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Hier esse ich mit meiner Freundin Y. in einem der leckersten Soba-Restaurants in Tokyo eine Schale Tempura soba, göttlich hat's geschmeckt!

Dienstag, 8. Juli 2008

Things Japanese 8/ Furin

Ein japanischer Sommer ohne den Klang von furin, wörtlich übertragen ‚Windglöckchen’, ist für mich kein Sommer. Fast jedes Haus, jeder Balkon ist mit mindestens einer der kleinen Glocken ausgestattet.

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Traditionell wurden sie aus Eisen oder anderen Metallen hergestellt, heute gibt es sie auch aus anderen Materialien wie Glas. In diesem Jahr sind vor allem furin aus Porzellan sehr beliebt.

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Passiert man ein Geschäft, dass furin verkauft, hört man das zarte Läuten der nicht allzu großen Glocken. In der Regel installieren diese Geschäfte kleine Windmaschinen, die das Läuten ermöglichen. Es ist zauberhaft, diesen Vielklang der Glocken zu hören.

Montag, 7. Juli 2008

Sneak Preview

Ach ja, ganz unjapanisch geriert sich die Herbst-/Winterausgabe (No 44) des Rowan-Magazines. Rowan wird 30 und der Herbst hat drei Namen: Renaissance, Elegance und Nostalgia.
Wie soll man denn da den Sommer genießen können???? ;-)

Things Japanese 7/ Moji

Japanisch ist eine der schwersten Sprachen der Welt. Diesem Vorurteil verdanke ich stets ungläubig-respektvolle Staunen wenn herauskommt, dass ich Japanisch spreche. Japaner halten ihre Sprache sogar für unlernbar. Ersteres stimmt nur bedingt und letzteres ist Blödsinn. Nicht die Sprache an sich ist schwer zu erlernen, auch wenn es einige heftige Hürden zu überwinden gilt, sondern die Sprache kombiniert mit dem komplizierten japanischen Schriftsystem. Aber mit Energie, Ausdauer, Zeit (und einer gehörigen Portion Masochismus ;-) geht das schon...

Die japanische Sprache gehört zu den sogenannten agglutinierenden Sprachen, bei denen u.a. Tempus, Aspekt, Genus Verbi und Modus durch Verbalsuffixe oder -affixe gekennzeichnet, also an den Wortstamm angeklebt werden.
Was die Lautbildung anbelangt, so ist das Japanische eine Abfolge offener Silben, also Konsonant plus Vokal und der Grundwortschatz ist in der Regel zwei- oder dreisilbig. Allerdings gibt es zahlreiche Zusammensetzungen. Dies ist wichtig zu wissen, wenn man mit der japanischen Schrift konfrontiert wird.

Die japanische Schrift verfügt über viele verschiedene Zeichen (moji). Irgendwann im 4. oder 5. Jahrhundert nach Christus haben gelehrte Mönche chinesische Schriften nach Japan eingeführt. Japan, das keine eigene Schrift kannte, übernahm die aus Ideogrammen bestehende chinesische Schrift. Da das Chinesische mit dem Japanischen etwa so viel Ähnlichkeit aufweist wie das Deutsche mit dem Finnischen, also gar keine, war das eine Schnapsidee, mit deren Auswirkungen sich seither nicht nur jeder Japaner sondern vor allem auch arme, bemitleidenswerte JapanologiestudentInnen ;-) herumschlagen müssen.

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Lesung: ’kaminari mon’

Die chinesischen Schriftzeichen (kanji) allein sind nämlich völlig unzureichend, um die Besonderheiten der japanischen Sprache schriftlich darzustellen. Also wurden viele kanji zweckentfremdet, also ihrer Bedeutung entrissen, und zu zwei verschiedenen, rein phonetisch genutzten Silbenschriften (kana) umgemodelt ( hiragana und katakana). Das dauerte natürlich ein paar Hundert Jährchen...
Fragt mich nicht, wie viele kanji es in Japan gibt, es sind viele. Im Laufe der Zeit hat sich die Schreibweise der Schriftzeichen in China und Japan unterschiedlich entwickelt, aber theoretisch könnte ich mit Chinesen schriftlich kommunizieren, ohne auch nur ein Wort Chinesisch zu können.
Kanji sind Ideogramme, das heißt, sie haben eine spezifische Bedeutung. Im Chinesischen gilt: ein kanji= eine Lesung = eine Bedeutung = ein Wort. Im Japanischen hingegen hat ein Schriftzeichen prinzipiell mindestens zwei Lesungen: eine rein japanische und eine sogenannte sinojapanische Aussprache, also eine, die die chinesische Lesung japanisiert wiedergibt.
Aber das Japanische wäre nicht das Japanische wenn es dabei bliebe....im Japanischen kann ein und das gleiche kanji je nach der Zusammensetzung und dem Kontext mehrere und teilweise völlig unterschiedliche Lesungen haben. Es gibt andererseits auch sehr viele gleichlautende Worte, so dass man die Schreibweise, also das kanji kennen muss, um zu wissen, um welches Wort es sich handelt. Das, so kann man sich vorstellen, erleichtert das Erlernen der Schrift auch nicht gerade.
Hiragana werden, vor allem seit Ende des 19.Jahrhunderts, genutzt um Suffixe, Postpositionen usw. zu schreiben, mit katakana werden vor allem seit der Nachkriegszeit Fremdwörter und ausländische (Orts-)Namen geschrieben.

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kanji und kana

Man sagt, dass man ca. 2000 kanji kenne muss, um beispielsweise eine Tageszeitung zu lesen. Als gebildet gilt jemand, der über ein aktives Wissen von etwa 5000 kanji hat, diese also verstehen, lesen und schreiben kann, sowie weitere 10.000 kanji zumindest sinngemäß erfassen kann. Über meinen Wissensschatz hülle ich die Decke des Schweigens.... ;-)
Sodele, das war in Ansätzen eine kleine Einführung in die Tücken der japanischen Schrift....
Ach ja, einer geht noch: traditionell schreibt man in Japan von oben nach unten und dann von rechts nach links, aber moderne Texte liest man auch wie bei uns waagerecht von links nach rechts.

Sonntag, 6. Juli 2008

Things Japanese 6/ Ekobakku

Der diesjährige G8-Gipfel findet ab morgen in Japan statt, auf Hokkaido. Ein besonderes Anliegen des japanischen G8-Vorsitz ist der Klimaschutz.
Halleluja!
Ressourcen sollen gespart und effizienter eingesetzt werden, so ein (nicht wirklich neuer oder kreativer) Vorschlag des japanischen Premiers Fukuda.
Halleluja!!
Eine Massnahme beispielsweise ist, dass zum Verzicht auf Einkaufstüten aus Plastik aufgerufen wurde - womit in Japan sicherlich viele Tonnen des kostbaren Rohöls eingespart werden könnten. Als Ersatz wurde die wiederverwertbare 'ekobakku' (japanisiertes Englisch für 'eco bag') geboren, ein Pendant zu unseren Baumwollbeutel. Eine aboslute Totgeburt. Niemand wollte irgendeine no-name Einkaufstasche aus Nylon o.ä. mit sich herumschleppen, nur für den Fall das...
Aber dann brachte die britische Designerin Anya Hindmarch, die sonst für ihre Clutches im 1000Taler-Bereich bekannt und in Japan sehr beliebt ist, eine preisgünstige Baumwoll-Tasche auf den britischen Markt, die mit dem Worten 'I'm Not a Plastic Bag' bedruckt war. Innerhalb von wenigen Stunden waren alle Taschen verkauft, Promis beliebten, damit ihr Ökobewußtsein zu zeigen. Und die markenbewußten Japanerinnen waren verzückt.

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Seither werden diese Einkaufsbeutel wahrgenommen, ab und zu gekauft und manchmal sogar benutzt.

Samstag, 5. Juli 2008

Things Japanese 5/ Matsutake

Das Preisniveau der japanischen Lebenshaltungskosten ist oder war legendär, was nicht zuletzt auch an einem hohen Mietniveau liegt. Gegenüber den derzeitigen britischen bzw. Londoner Immobilienpreisen aber ist Tokyo vergleichsweise günstig, ja fast billig.
Als ich Ende der 80er Jahre in Tokyo studierte und meinen Eltern mein Entsetzen über den Preis einer einzigen der von mir heißgeliebten und schmerzlichst vermißten roten Paprikaschote meldete (damals 500 Yen, umgerechnet ca. DM 7,-), schlug mein Vater allen Ernstes vor, mir wöchentlich ein paar der Schoten zu schicken.
Ich konnte es ihm mit Erfolg ausreden... ;-)

Mit dem starken Euro in der Tasche empfand ich Japan diesmal recht günstig. Aber es gibt sie noch, die Wahnsinnspreise:

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ein Miyako matsutake

Dieser Pilz gehört zu den luxuriösesten Genüssen Japans, ein Matsutake. Der Preis für diesen (einen einzigen!) und nicht übermäßig großen Pilz ist 28.000 Yen, umgerechnet 166,39 Euro. Dagegen sind sogar die Preise für unsere schwarze Trüffel Peanuts...

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