Sonntag, 20. Juli 2008

Things Japanese 20/ Teien

Ein japanischer Garten (Teien) bezieht seine Schönheit durch die Kombination und Synthese verschiedener Elemente: naturnahe Pflanzung, Sand, Wasser, Steine, Bezug zu den Jahreszeiten und ideelle Grundlagen, die im Shintoismus und Buddhismus verankert sind.

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Kanazawa, Kenroku en

Der Kenroku en in Kanazwa, einer der 'großen Drei', der drei berühmtesten Gärten Japans, gehört in die Kategorie der Kaiyu, also Gärten, in denen verschiedene Teilgärten und Teehäuser um einen zentralen See angelegt werden. Kaiyu bedeutet wortwörtlich 'vielerlei Freuden'. Diese Form der Gärten wurde vermehrt im 17. Jahrhundert angelegt, nachdem in Japan eine lange Zeit heftiger kriegerischer Auseinandersetzungen durch die Etablierung eine Zentralregierung, des Shogunats, beendet wurde. Die Fürsten des Landes, Daimyos, hatten nun Zeit und Muße, sich in ihren Residenzstädten schöne Villen mit großen Gärten anzulegen, in denen man lustwandelte, die Teezeremonie zelebrierte, Gedichte schuf, Ränke schmiedete und und und.

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Kenroku en, Kasumiga ike, Teehaus

Der Kenroku en wurde im 19. Jahrhundert vom Fürstengeschlecht der Maeda begründet und hat die bescheidene Größe von gut 10 Hektar. Der Kasumiga ike (Kasumiga See) ist ein besonderer Anziehungspunkt in diesem Garten. Ich hatte bei meinem Besuch Glück, dass ich sehr früh am Morgen eintraf und, als einer der ersten Gäste im Teehaus, meinen grünen Tee direkt vor dem Fenster mit dem unglaublichen Blick über den See einnehmen konnte.

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Kenroku en, Kasumiga ike, Kame

Wie eingangs schon bemerkt, ist Symbolik ein wichtiger Bestandteil japanischer Gärten. Diese Insel im Kasumiga ike stellt eine Schildkröte (kame) dar, der Stein rechts, bildet den Kopf. Die Schildkröte ist das Symbol für Glück, Weisheit und langes Leben.

Samstag, 19. Juli 2008

Things Japanese 19/ Kantan

Ein Satz, den man in Japan oft zu hören bekommt, ist 'Kantan de ii desu.' Übersetzen, im übertragenen Sinn, kann man das mit den Worten: 'Nur keine Umstände machen', aber das wäre eine Notlösung. Wortwörtlich bedeutet dieser Satz 'Einfach ist gut', und das Adjektiv 'einfach' (kantan) ist entscheidend: Das Adjektiv kantan impliziert für den Japaner durchaus auch die Nuance 'wesentlich'. Nicht nur im Alltag, vor allem aber in der japanischen Ästhetik bedingen sich beide Bedeutungen. Interessant ist, dass in dem Wort kantan die Bedeutung 'wesentlich' (im Sinne von essentiell) verwurzelt ist, es aber andererseits für 'wesentlich' kein entsprechendes Wort gibt, sondern je nach Zusammenhang wählt der Japaner eine angemessene Vokabel.

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Ich bin mir auch nach Lektüre vieler Aufsätze und Schriften zu diesem Thema nicht sicher, woher die Gabe der Japaner, sich mit einfachsten Mitteln auf das Wesentlich konzentrieren zu können, stammt. Ich bin mir aber sicher, dass die kriegerische Geschichte und, zumindest bis in die 60er Jahre hinein, die durchweg harten Lebensbedingungen einen wesentlichen Anteil an der Ausprägung dieser Gabe hatten.
Ein Stein, ein kurzes Stück schwarzes Seil: harmonisch auf einem Weg angeordnet. Mehr braucht es nicht, um Unbefugten den Zutritt zu verweigern. Kantan de ii desu!

Freitag, 18. Juli 2008

Things Japanese 18/ O sake

Nicht anders als beim Wein auch braucht man viel Zeit, um dem Geschmack des Nihonshu oder sake nahe zu kommen.
Als ich das erste Mal in einem Düsseldorfer Restaurant sake trank, assoziierte ich den Geschmack mit erwärmten Kleber. Aber gut, mein erster Schluck Wein war auch nicht gerade eine Offenbarung.
Angeblich wird sake in Japan schon seit dem 3. Jahrhundert vor Christus gebraut, verbrieft ist seine Herstellung für 600 Jahre später. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Herstellungsweise verändert, aber an den Grundzutaten Reis, Hefekonzentrat und Wasser hat sich kaum etwas geändert. Im Gegensatz zu mancher Weinsorte wird sake jung getrunken, mit ca. sechs Monaten - ein guter sake wird nicht älter als ein Jahr.

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der 'werte' Reiswein: O sake

Sake, wie viele andere Produkte auch, deren Herstellung auf der Grundlage von Reis beruhen, wurde ursprünglich am japanischen Kaiserhof, in den großen Templen und vor allem auch an Schreinen bei rituellen Handlungen eingesetzt und /oder verköstigt. Seit dem 13.Jahrhundert sickerte der Genuß von sake nach und nach auch in die Bevölkerung.

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Einen Teil meines Studiums in Japan habe ich mir durch Deutschunterricht finanziert. Eine meiner Schülerinnen war eine feine alte Dame, aus sehr altem Adel - aber der wurde nach dem Krieg abgeschafft. Einmal in der Woche bin ich zu dieser Dame in ihr fantastisches Haus gegangen, das Werk eines Bauhausschülers, mit großem Rosengarten. Wir machten 20 oder 30 Minuten Konversation oder lasen deutsche Texte, die sie ins Japanische übersetzte. Dann hatte sie genug und mein 'Unterricht' brach an. Sie war eine bemerkenswerte Wein- und Sakekennerin und bestand darauf, mich in die Geheimnisse des sake einzuweisen. Das waren feucht-fröhliche Nachmittage.... ;-))
Ich kann euch den Geschmack von sake nicht beschreiben,ihr müßt ihn aber unbedingt einmal probieren. Leider ist guter sake in Deutschland kaum zu bekommen, in japanischen Restaurants gibt es meist das Gebräu von Ozeki - aber da kann man gleich Heizöl trinken. Es gibt sake mit feinem moussierenden Charakter, mancher ist sehr trocken, andere sind lieblich, oder sehr hart im Geschmack.
Der Kenner trinkt sake eisgekühlt aus einer Glaskarraffe. Sake von guter Herkunft schmeckt so hervorragend - aber im Winter, wenn man eine schöne Schale mit dampfender Nudelsuppe vor sich hat, dann ist so ein 'atsukan' (erwärmter sake) eine feine Sache.

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Eines der ultimativsten Japanerlebnisse ist, mit einem atsukan in einem onsen eines schönen traditionellen Gasthauses zu versinken. Der Himmel auf Erden....

Donnerstag, 17. Juli 2008

Things Japanese 17/ Yukkuri

Es gibt in wohl in jeder Sprache Worte, mit deren Hilfe nicht nur eine Bedeutung sondern gleich auch ein Lebensgefühl transportiert werden. Diese Worte sind nicht oder nur sehr unzulänglich zu übersetzen.
Ein solches Wort ist zum Beispiel im Japanischen das Wort 'Yukkuri', oder, mit dem ehrerbietig-höflichen Präfix, 'Go yukkuri'. Yukkuri kann man schnöde mit 'langsam' übersetzen, und dann heißt es auch nicht mehr und nicht weniger. Yukkuri könnte aber auch, je nach Zusammenhang, mit 'genüßlich-langsam' übertragen werden.
Wenn man beispielsweise in Kanazawa einen feinen, traditionellen Teesalon betritt, eine Bestellung aufgibt und einem schließlich das geschmackvoll arrangierte Teetablett serviert wird mit den Worten: 'Go yukkuri dozo', dann möchte man versinken in einer angenehm-zeitunabhängigen Bewegungslosigkeit, in der es nur mich, meinen Geschmackssinn und das Teetablett gibt.

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Tee in der Kanne, perfekt temperiertes Wasser im Wasserkännchen sowie eine japanische Süßigkeit, die sich im Geschmack am Tee, im Aussehen an der Jahreszeit orientiert: in diesem Fall die Regenzeit, Höhepunkt der Hortensienblüte.

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Es schmeckte köstlich, und damit die Ewigkeit noch ein kleines bißchen länger andauert, wurde man höflichst zurückhaltend gefragt, ob denn die Zeit für einen anderen, einen kühlenden Tee reichen würde... gereicht mit einem zarten Zuckerkeks.
Die Zeit reichte.... Minuten, Stunden,Starre....

Mittwoch, 16. Juli 2008

Things Japanese 16/ Mite mite wakaru

Wenn ich mich recht erinnere, war es 1991, als ich mir in Japan einen Waporo (japanisiertes Englisch für Word Processor) kaufte, so etwas wie ein Computer ohne Festplatte. Das 'Ding' war etwa so groß wie mein Fernseher, also etwa Schuhkartongröße, und verfügte über einen integrierten Drucker, den man mit Thermopapier füttern mußte. Mein erster Schritt in die EDV...und dann gleich mit einem japanischen Gerät. Ich fühlte mich zunächst völlig aufgeschmissen, denn ich musste damals bei Null anfangen, hatte keine Ahnung, was sich hinter Begriffen wie 'reset', 'floppy disc' oder 'enter' versteckte - wie sollte ich dann erst die entsprechenden japanischen Ausdrücke dechiffrieren? Mutlos nahm ich die Anleitung zur Hand - aber dann ging mir regelrecht das Herz auf. Das Manual war graphisch so gut aufbereitet, dass ich ich allein anhand der Bilder verstand, was ich tun musste.
Mite mite wakaru, sehen-und-sehen-und-verstehen, das ist der Titel einer Kolumne in 'Aera', einem japanischen Wochenmagazin, vergleichbar mit unserem 'Spiegel' und sie ist maßgeschneidert auf das japanische Talent, Inhalte graphisch leicht verständlich aufzubereiten. Japanische Handarbeitsbücher kennen viele von euch und ihr habt sich schon danach gearbeitet: es geht gut, ohne dass man ein Wort der Sprache lesen oder verstehen kann.
Aber als Beipiel für das mite-mite-wakaru-Prinzip möchte ich, da euch die japanischen Toiletten so gefallen haben, bei diesen verweilen.
In einer Zeit, bevor die westliche 'Sitztoilette' ihren Siegeszug durch Japan unternahm, gab es diese Bodentoiletten, denen man zuweilen in Südfrankreich begegnet und bei denen man sich hocken muss. Vor zwanzig Jahren habe ich auf westlich ausgestatteten Toiletten des öfteren eine Gebrauchsanleitung gesehen: do's (auf der Brille sitze und...) and don'ts (auf der Brille stehen und ...).

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Ganz so arg ist das nicht, aber immer noch nett anzusehen: aufgenommen in der Toilette in der Wohnung eines Freundes in Tokyo. Das Haus wurde Anfang der 90er erbaut, daher fangen die Erklärungen nicht ganz bei Null an.
Und hier, auf einer Toilette in einem Museum in Takayama, wird man zunächst darauf hingewiesen wir alle die Toilette doch schön sauber nutzen sollte (Zettel oben). Um dann, Zettel unten, noch einmal daran erinnert zu werden, dass wir soch bitteschön vor dem Gehen darauf achten sollten, die Toilette schön zu nutzen.

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Und wer wissen will, wo die Ursachen für diese gewisse, nicht unproblematische Affinität der Japaner zu ihren Toiletten liegen könnte, der sollte sich 'Lob des Schatten' ('In ei raisan') von Tanizaki Jun'ichiro (Vorname), einer meiner japanischen Lieblingsschriftsteller, ansehen, ein schmales Bändchen, das bei Manesse erschienen ist.

Dienstag, 15. Juli 2008

Things Japanese 15/ Toire

Toiletten ('Toire', japanisiertes Englisch) sind ein besonderes Kapitel in Japan, ein Thema, das ich hier auf keinen Fall unterschlagen möchte, und über das man durchaus ganze Bücher schreiben könnte.
Zeichnet sich China durch Abwesenheit von Toiletten aus, vor allem, was den öffentlichen Raum anbelangt, gibt es in Japan geradezu ein Überangebot.
Die Freude des Japaners am Detail erwähnte ich bereits und in diesem Fall, den japanischen Toiletten, sind sie besonders vielseitig und reich an Tücken. Ein, zwei Beispiele möchte ich euch nicht vorenthalten.
Fangen wir mit diesem Bild an. Diese Toilette an sich ist verhältnismäßig harmlos, wenn da nicht links oben der kleine Kasten an der Wand wäre! Das ist nicht, wie man vermuten könnte, der Auslöser für die Spülung sondern eine Geräuschanlage.
Die Berührung mit der Schamkultur christlicher Länder hat in Japan tiefe Spuren hinterlassen. Schamhaftigkeit in Bezug auf Nacktheit erwähnte ich bereits, in diesem Fall ist es die Scham vor den Geräuschen, die man beim Urinieren verursacht. Weil es Japanerinnen (unendlich) peinlich ist, wenn andere ihnen bei der Ausführung des kleinen Geschäftes zuhören könnten, versuchten sie dies zu übertönen: man betätigte die Wasserspülung und pinkelte ungehört! 1988, als ich zum ersten Mal nach Japan reiste, war von Erderwärmung, Klimawandel und der Verantwortung der Verbraucher noch nicht die Rede, aber die unglaubliche Wasserverschwendung hat mich sehr erregt.

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In Japan wuchs das Bewusstsein, dass dies ein Umweltproblem werden könnte erst, als sich seit Anfang der 90er Jahre extrem trockene Sommer häuften, die Wassermangel verursachten. Also kam man auf eine, wie ich finde ebenso unglaubliche wie brilliante Lösung: da das Naheliegendste, nämlich den Japanerinnen die Schamhaftigkeit auszureden, unmöglich war, erfand man eine Geräuschbox für Toiletten, die entweder lautes Meeresrauschen oder eine Wasserspülung imitierte. Das ist der kleine Kasten, der oben auf dem Foto zu sehen ist. Die Geräusche werden bei Bedarf durch einen Sensor ausgelöst.

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Zu den Tücken der Toiletten hingegen gehören die vielen Funktionsknöpfe, die man betätigen kann – aber nicht betätigen sollte. Manchmal fühlt man sich wie im Cockpit der Enterprise. Es ist erstaunlich, welche Funktionen da versteckt sind: Naumachien für das Individuum. Ich kann euch nur raten: wenn ihr keine große Mengen Papiertaschentücher oder besser Handtücher dabei habt, lasst die Finger davon!

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Das Wichtigste aber zum Schluss: die Erfahrung hat mich gelehrt, dass man eine japanische Toilette nie benutzen sollte, wenn man nicht genau weiß, wo der Hebel, Knopf, Sensor oder Mechanismus für die Spülung ist. Das Herauszufinden kann allerdings schon mal an eine persönliche Herausforderung grenzen! ;-))

Montag, 14. Juli 2008

Things Japanese 14/ Shokuji

Ich behaupte jetzt einfach frei, frank und frech, Japanern ist die Liebe zum Detail angeboren.
Jaja, der Soziologe im allgemeinen und der Japanologe im besonderen könnten zu Recht Einwände erheben...aber davon möchte ich gerade nichts wissen sondern versprühe, jeglicher Wissenschaftlichkeit gegenüber ignorant, meine 'Vor'Urteile.
Dank des Japaners Detailverliebtheit hat es der Ausländer leicht, sich in einem japanischen Restaurant, dessen Speisekarte er mitnichten imstande ist zu lesen, zurecht zu finden und eine essbare Mahlzeit ('shokuji') zu bestellen. Man geht einfach in Begleitung der Wirte vor die Tür und zeigt auf das gewünschte Gericht!

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Detailgetreue Abbildungen der angebotenen Speisen finden sich vor einer großen Zahl von Restaurants, zumindest in den Fenstern derer, die sich der durchschnittliche Reisende leisten kann.
Diese kunstvollen und naturgetreuen Imitate werden in erster Linie natürlich nicht dazu angefertigt, dem Ausländer bei der schwierigen Auswahl von Speisen an die Hand zu nehmen und durch die Tücken der japanischen Küche zu führen. Es geht darum, den einheimischen Gästen zu zeigen, was genau den Gast erwartet.... und genau bedeutet hier, dass, so wurde mir kolportiert, sogar die Reiskörner abgezählt würden...

Das Prinzip 'mite-mite-wakaru' (sehen-und-sehen-und-verstehen) wird uns ind dieser Reihe noch einmal begegnen.

Sonntag, 13. Juli 2008

Things Japanese 13/ Bochi

In Japan werden Tote zumeist gemäß buddhistischen Riten bestattet, also verbrannt. Die Asche wird nach verschiedenen Feierlichkeiten in einem Familiengrab zur letzten Ruhe bestattet, die dem Andenken an die Verstorbenen dienen - das ist nicht anders als bei uns. Während bei uns Gräber mit den Namen der Verstorbenen versehen werden, sind die Grabsteine japanischer Friedhöfe ('bochi) in der Regel nur mit dem Familiennamen versehen, das entspricht dem konfuzianistischem Gedanken, dass die Familie von wesentlicher Bedeutung ist, das Individuum hingegen nicht.

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Yanaka bochi

In Japan sind (Familien-)Gräber kleiner als beispielsweise ein Grab in Deutschland. Anschaffung, Unterhalt und Pflege sind teuer und es ist traditionell die Pflichten des 'chonan' (ältester Sohn), dafür aufzukommen.
Gräber werden regelmäßig besucht, dann werden sie zuerst mit Wasser 'gereinigt', indem mehr oder weniger Nass über den Grabstein gegossen wird. Räucherstäbchen werden entzündet, zuweilen auch Blumen als Grabschmuck hinterlegt.

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Ein jeder besucht das Grab seiner Angehörigen, so häufig oder so selten man es möchte. Aber Mitte August wird in Japan das 'O bon' - Fest begangen, an dem der Toten gedacht wird. Viele Japaner kehren in dieser Zeit an den Ort zurück, an dem sich die Familiengräber befinden. Es ist eine Pflicht, in dieser Zeit die Gräber der Toten aufzusuchen, um ihnen Respekt zu zollen.

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Darüberhinaus gibt der buddhistische Trauerritus über viele Jahre hinaus besondere Gedenkfeiern vor. Zu diesen Anlässen werden bei den Gräbern Sotoba (Grabbeigaben) hinterlegt, Holzlatten, die handbeschriftet sind mit dem Namen des Toten, dem Namen Buddhas oder einer Sutre. Sie dienen als Stellverteter des Spendenden, der mit dem Verstorbenen so kommuniziertund seine Anwesenheit ausdrückt. Je mehr dieser sotoba sich an einem Grab befinden, desto bedeutender der Verstorbene.

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Bochi in Kyoto

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