9. November 2009
Ich weiß genau, was ich am Abend des 9. November 1989 gemacht habe, ihr auch?

Wenige Wochen zuvor, im September, war ich von meinem Studienaufenthalt aus Japan zurück nach Deutschland gekommen. In Japan hatte es mich im Verlauf des Jahres '89 ganz porös gemacht, das ich so wenig von den unerhörten Vorgängen im Osten Europas mitbekam. Japan zu verlassen war traurig - aber in Deutschland passierte so viel, dass ich froh war, im Herbst wieder in Berlin zu sein! Ich hatte Glück und bekam neben einem WG-Zimmer auch sofort meinen alten Job in einem japanischen Restaurant wieder: an besagtem Novemberabend arbeitete ich dort! Ich musste bis Mitternacht warten bis ich mich endlich auf mein Rad schwingen und gen Brandenburger Tor radeln konnte!
Mit wildfremden Menschen habe ich am Brandenburgert Tor und dann in irgendeiner Wohnung bis zum Morgengrauen gefeiert!

Auch heute bin ich wieder dort. Wenn ich auch den ganzen Tag arbeiten und ein Interview nach dem anderen machen muss: es ist wahrhaft ein Freudentag! Gegen die kalte Nässe trage ich ungefähr 10 Lagen Kleidung und freue mich darüber, das in der letzten Woche mein neuer Schal aus handgefärbtem Mohair von Colinette fertig wurde, der mir ganz wunderbar den Hals wärmt.

Die Party kann beginnen!

Wenige Wochen zuvor, im September, war ich von meinem Studienaufenthalt aus Japan zurück nach Deutschland gekommen. In Japan hatte es mich im Verlauf des Jahres '89 ganz porös gemacht, das ich so wenig von den unerhörten Vorgängen im Osten Europas mitbekam. Japan zu verlassen war traurig - aber in Deutschland passierte so viel, dass ich froh war, im Herbst wieder in Berlin zu sein! Ich hatte Glück und bekam neben einem WG-Zimmer auch sofort meinen alten Job in einem japanischen Restaurant wieder: an besagtem Novemberabend arbeitete ich dort! Ich musste bis Mitternacht warten bis ich mich endlich auf mein Rad schwingen und gen Brandenburger Tor radeln konnte!
Mit wildfremden Menschen habe ich am Brandenburgert Tor und dann in irgendeiner Wohnung bis zum Morgengrauen gefeiert!

Auch heute bin ich wieder dort. Wenn ich auch den ganzen Tag arbeiten und ein Interview nach dem anderen machen muss: es ist wahrhaft ein Freudentag! Gegen die kalte Nässe trage ich ungefähr 10 Lagen Kleidung und freue mich darüber, das in der letzten Woche mein neuer Schal aus handgefärbtem Mohair von Colinette fertig wurde, der mir ganz wunderbar den Hals wärmt.

Die Party kann beginnen!
Mailansa - 9. Nov, 14:04
Troisdix (Gast) - 9. Nov, 18:28
Vor 20 Jahren war ich 8 Jahre alt. Habe mich also für politische Ereignisse wenig interessiert. Dennoch erinnere ich mich ganz genau, dass meine Eltern mich an diesem Abend ziemlich genervt haben, weil sie nicht mit mir spielen wollten. Ich sollte mich lieber allein in meiner Ecke beschäftigen, damit sie in Ruhe fernsehen können. Sie waren wie hypnotisiert! Am nächsten Tag war ich in der Schule die einzige, die erzählen konnte, was passiert war. Wie hätte ich damals ahnen können, dass dieses Ereignis mein ganzes Leben beeinflüßen würde: meine französische Ingenieurschule hätte bestimmt nie mit der TU Dresden einen Austauschprogramm organisiert, ich hätte also bestimmt nie in Sachsen studieren können, infolgedessen hätte ich meinen Mann nie kennengelernt, er hätte wiederum nie französiche gelernt, und wir würden also schließlich heute nicht verheiratet in Frankreich leben und arbeiten. Verrückt, oder?
Bella (Gast) - 16. Nov, 15:34
Ich war damals sieben Jahre alt und habe nicht so ganz verstanden, wa da passiert ist. Meine Eltern haben mir gesagt, dass wir jetzt unsere Verwandten im Westen besuchen können und dass wir überhaupt in den Westen fahren dürfen. Wäre ich zu dieser Zeit etwas älter gewesen, wäre ich wahrscheinlich sofort nach berlin gefahren um das alles live mitzuerleben...

Tja